Geschichte

Peter Althof hat Wort gehalten: Die Kampfsportgala Fight of the Night 2009 zeigte harte Kämpfe als Leistungssport in aller Fairness. Das Ergebnis: Sieben Knock-outs, aber keine Verletzten. Neuer Freefight-Europameister der Profi Fighting Organisation Peter Althof (PFO) wurde sensationell der Nürnberger Ringer Romero Yoel durch K.O. gegen Sascha Weinpolter aus Österreich. Dabei war Yoel kurzfristig erst für den erkrankten André Walberer eingesprungen.

Das Talent liegt bei Romero Yoel in der Familie. Er selbst gewann 1999 die Weltmeisterschaft im Freistilringen, bei den olympischen Spielen von Sydney erstritt er die Silbermedaille, für die Johannis-Grizzlys machte er gerade den Wiederaufstieg in die Bundesliga klar. Yoels Bruder ist der Profiboxer Yoan Pablo Hernandez, der im Sauerland-Stall neben Marco Huck und Alexander Frenkel als größte Hoffnung für das Cruiser-Gewicht gilt. Vollkommen überraschend offenbarten sich am gestrigen Abend jedoch Romero Yoels Fähigkeiten im Vollkontaktwettkampf Freefight, den der Exilkubaner erst seit wenigen Monaten im Kampfsportstudio von Peter Althof erlernt und trainiert. Zwar war mit Romeros Kenntnissen im Bodenkampf freilich zu rechnen gewesen. Mit einer dermaßen beeindruckenden Schlag- und Tritttechnik indessen nicht. Romero Yoel stand abgekehrt und in sich gekehrt in seiner Ringecke, während sein Gegner, der österreichische Freefight-Meister Sascha Weinpolter, mit viel Brimborium und einem Fackelträger im Schamanenkostüm in der Halle Einzug hielt. Vor großem Publikum hatte Romero Yoel noch nie ein Duell im Freefight bestritten. Der Kampf um die Europameisterschaft war ihm kurzfristig zugefallen, weil der ursprüngliche Herausforderer André Walberer erkrankt das Bett hüten musste. Insofern schienen die Rollen klar verteilt. Sascha Weinpolter hatte bereits im Vorjahr einen deutlichen K.O.-Sieg gegen einen Althof-Kämpfer hingelegt.

Und dann kommt alles anders: Mit dem Gong taucht Yoel aus der Meditation auf, tritt Weinpolter hellwach entgegen, wehrt dessen erste Tritte ab. Tänzelnd lockt Romero Yoel den Österreicher in die Nähe einer Ringecke, nach hinten raus ist wenig Platz, für beide Kämpfer. Doch in der Enge weiß der Freistilringer sich zu bewegen. Yoel taucht ab, fischt Weinpolter mit einem schnellen Griff von den Beinen, kommt über ihn und landet früh entscheidende Schläge. Weinpolter schafft es noch einmal hoch, ist aber angeschlagen. Im Nahkampf Ringertechniken mit Schlägen und Tritten kombinierend schafft Romero Yoel klare Verhältnisse – der Ringrichter bricht den Kampf ab, zu einer Punktentscheidung nach drei Runden muss es gar nicht erst kommen. Selbst für Peter Althof kam der Triumph seines Schützling in dieser Klarheit überraschend: „Ich dachte nicht, dass Romero auch mit dem Kickboxen so für sich punkten könnte. Wahnsinn, wie schnell er sich die Technik angeeignet hat!“

Im Publikum kochte die Stimmung nach diversen eher taktikbetonten Boxkämpfen vor allem mit dem offensiven Freefight richtig hoch. Unter den Zuschauern die versammelte Nürnberger Prominenz: Mode-Millionär Robert Geiss (Label Uncle Sam) mit Gattin und TV-Team von „Goodbye Deutschland“ im Schlepptau, Luxuswagenhändler Christoph Zitzmann, das Ehepaar Stahlmann von Haxn Liebermann, Werbemittelmogul Matthias Huff und viele mehr. Auch Firat Arslan, Ex-WBA-Boxweltmeister im Cruiser-Gewicht, begutachtete die Nachwuchstalente im Ring und zeigte sich begeistert.

Moderiert wurde der Abend von TVStar Diana Herold und Radio-F-Ikone Michael Becker. Martin Stosch von „Deutschland sucht den Superstar“ präsentierte einen neuen Song, der er Peter Althofs Initiative gegen Gewalt an den Schulen gewidmet hatte. „The real Milli Vanilli“ John Davis sang den Hit „Girl you klnow it‘s true“ und acapella im Chor mit den Rängen den Klassiker „Stand by me“. Peter Althof hatte zur Eröffnung der Show seine traditionelle Performance abgeliefert: nach einem Intro auf knatterndem Motorrad im Ring Bretter und Kieselsteine zerschlagen. Nicht nur Hauptsponsor Fritz Jonak von Harley-Davidson gefiel‘s hervorragend. Ausdrücklich bedankten sich Peter Althof und sein Team auch bei Xaver Bertsch, dem zweiten Haupsonsor des Fight of the Night 2009, sowie den vielen weiteren Unterstützern.

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